3,09 Euro täglich fürs Essen sind nicht genug.

Fast 2,5 Millionen Kinder in Deutschland* leben in Armut oder sind von Armut bedroht. Meist sind es Kinder von Hartz-IV-Empfängern, Geringverdienern oder Alleinerziehenden. Oft wird die von den Eltern "geerbte Armut" an die Kinder weitergegeben.

War 1965 nur jedes 75. Kind unter 7Jahren auf Sozialhilfe angewiesen, lebt heute mehr als jedes 6. Kind in Deutschland an der Armutsgrenze

War 1965 nur jedes 75. Kind unter 7Jahren auf Sozialhilfe angewiesen, lebt heute mehr als jedes 6. Kind in Deutschland an der Armutsgrenze** eine unfassbare Tatsache.

3,09 Euro pro Tag sieht der Hartz-IV-Regelsatz für Essen vor. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund hat nachgewiesen, dass schon beim Einkauf im Discounter für eine ausgewogene Ernährung 4,68 Euro ausgegeben werden müssen. Beim Einkauf im Supermarkt – ausgewogene Ernährung vorausgesetzt – ist in aller Regel sogar das Doppelte zu bezahlen.

Die Hartz-IV-Regelsätze sollen neben den Grundbedürfnissen wie Nahrung, Kleidung und Wohnung auch die sozialen und kulturellen Bedürfnisse eines Kindes mit abdecken, wie zum Beispiel Kosten für den Sportverein, den Museums- oder Zoobesuch. Ob allerdings dazu bei Kindern bis 6 bzw. von 7 bis 14 Jahren ein Gesamtbetrag von 215 Euro bzw. 251 Euro*** im Monat, also 7,16 bzw. 8,36 Euro täglich, ausreichen, darf bezweifelt werden.

* Quelle: Armutsrisiken von Kindern und Jungendlichen in Deutschland, Prognos AG im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2008
** Quelle: Kinderreport Deutschland 2007
*** Quelle: Hartz-IV-Regelsatz lt. Sozialgesetzbuch SGB II, Stand Dezember 2010