Alltag in einem mittelständischen Betrieb in der Abteilung Einkauf/Lagerlogistik: Der Lieferant wurde bezahlt, nun muss die Rechnung korrekt im System abgelegt werden, und zwar möglichst zügig und am besten automatisch. Zeitgleich kommt die nächste Aufgabe: Ein Formular muss angepasst und neue Arbeitsverträge sollen gegengezeichnet werden und aus dem Marketing kommt die Frage, ob alte Personalakten für eine Jubiläumsfestschrift eingesehen werden können.
Was diese Szenen aus dem Arbeitsleben veranschaulichen: Unternehmen müssen täglich eine Vielzahl von Dokumenten managen, die in rascher Folge erstellt, zur Weiterbearbeitung durchgereicht und – früher oder später – archiviert werden müssen.
Dokumentenmanagement heute – digital und besser
Anstelle von Briefpost, Häkchen auf Laufzetteln und mühsam abgetippten Reinschriften haben es die Beschäftigten in den Unternehmen mittlerweile überwiegend mit Dokumenten in digitaler Form zu tun. Und die lassen sich – ein modernes, softwaregestütztes Dokumenten-Management-System vorausgesetzt– oft weitaus schneller und effizienter bearbeiten als ihre analogen Vorläufer. Die Kundenanfrage kommt per E-Mail und kann anhand von Schlagwörtern unverzüglich an die zuständige Abteilung weitergeleitet werden. Und die Compliance-Vereinbarung für die neue Mitarbeiterin am anderen Standort wird als PDF zugestellt und per elektronischer Signatur unterzeichnet.Die Digitalisierung macht eben doch vieles einfacher und eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Denn manche Formen des Arbeitens, wie Remote Working, Homeoffice und hybride, vernetzte Teams über mehrere Standorte und Landesgrenzen hinweg, wären ohne digitale Dokumente und Prozesse gar nicht denkbar geschweige denn umsetzbar. Vom Aktenkeller zur Cloud-Archivierung
Und wenn die Bearbeitung eines digitalen Dokuments abgeschlossen ist? Wandert es ins Archiv. Wer jetzt spontan an fahrbare Aktenschränke im Keller, vollgestopft mit Kisten und Ordnern, denkt, sollte sich rasch umgewöhnen: Das digitale Archiv von heute lagert platzsparend auf Festplatten und Servern im Unternehmen oder, immer häufiger, in der Cloud. Ob Sie es Cloud-Archivierung, Archivieren in der Cloud oder Dokumentenarchivierung in der Cloud nennen: Entscheidend ist, dass Dokumente langfristig geordnet, geschützt und prüfbar verfügbar bleiben. Gerade für kleinere Firmen, die weder über die nötigen IT-Fachkräfte noch über geeignete Räumlichkeiten verfügen, um eigene Dateiserver zu managen, stellt die Cloud-Archivierung eine vergleichsweise kostengünstige und ressourcenschonende Option dar. Wer Dokumente in der Cloud archivieren möchte, sollte dabei allerdings zwischen Speichern und Archivieren unterscheiden: Ein Cloud-Archiv muss nicht nur Platz bieten, sondern auch Ordnung, Schutz und Prüfbarkeit über Jahre hinweg sicherstellen.
Für archivierte Dokumente, ob digital oder in Papierform, gilt, dass sie jederzeit leicht wieder auffindbar sein sollten. Zumindest aber so lange, wie die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen gelten. Für steuerrechtlich relevante Unterlagen liegen diese zwischen sechs und zehn Jahren. Lange Zeiträume, innerhalb derer selbstverständlich auch sichergestellt sein muss, dass nicht etwa (unbemerkt) Änderungen am Original vorgenommen wurden.
Revisionssichere Archivierung lautet hier das Stichwort.
Was bedeutet Revisionssicherheit?
Revisionssicherheit bedeutet, dass Dokumente und Daten so gespeichert werden, dass sie unveränderbar, vollständig und jederzeit nachvollziehbar bleiben. Im Alltag spricht man auch von revisionssicherer Speicherung: Ein revisionssicherer Speicher verhindert Manipulationen, protokolliert Versionen und Zugriffe und hält Dokumente über definierte Fristen verfügbar – On-Premises oder als Cloud-Archivierung.
Wann ist ein digitales Archiv revisionssicher?
Maßgeblich sind seit 1. Januar 2015 die GoBD . Sie regeln die Aufbewahrung und Dokumentation digitaler Geschäftsunterlagen und gelten für alle Unternehmen. Typische Aufbewahrungsfristen: sechs Jahre für Geschäftskorrespondenz inklusive E-Mails und bis zu zehn Jahre für Rechnungen und Buchhaltungsunterlagen. Revisionssichere Archivierung umfasst außerdem eine Verfahrensdokumentation (Techniken, eingesetzte DMS/ECM-Systeme, Arbeitsweisen und Prozesse im Dokumentenmanagement). Zusätzlich ist die DSGVO zu berücksichtigen, da Löschrechte im Einzelfall mit Aufbewahrungspflichten kollidieren können.