Was ist ein Inkjet-Drucker?
Ein Inkjet-Tintenstrahldrucker bringt winzige Tintentröpfchen aus mikroskopisch kleinen Düsen gezielt auf ein Substrat auf, sei es Papier, Folie oder ein nahezu beliebiges anderes Material. Diese Tropfen haben typischerweise Größen zwischen 10 und 50 Pikoliter, deutlich kleiner als ein Staubkorn. Die Bedeutung von Inkjet-Druckern hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt, vom günstigen Heimgerät zum leistungsstarken Produktionssystem.
Production Printing: Was ist das und wer nutzt es?
Production Printing oder auf Deutsch: Produktionsdruck lautet der Fachbegriff für die professionelle Erstellung von Druckerzeugnissen in großen Stückzahlen, wobei die Geschwindigkeit des Druckprozesses ebenso von Bedeutung ist wie eine gleichbleibend hohe Qualität der Ergebnisse.
Es handelt sich um ein relativ junges Marktsegment, das zwischen klassischen Bürodruckern und MFPs und leistungsstarkem Industriedruck angesiedelt ist.
Die Druckaufträge im Production Printing reichen von personalisierten Briefen und Mailings über Broschüren, Kataloge und Poster bis hin zu hochwertigen Magazinen und Bildbänden.
Einige typische Anwendungsfelder:
- Regelmäßige Transaktionsdrucke mit individuellen Inhalten, wie zum Beispiel Rechnungen oder Kontoauszüge
- Personalisierte Kundenmailings fürs Direktmarketing
- Ganze Buchtitel (speziell im Bereich des On-Demand-Publishing)
- Produktkataloge, Festschriften mit personalisierter Ansprache o. Ä.
- Behördenkommunikation (z. B. Steuerbescheide oder Serienbriefe)
- Schulungsunterlagen oder wissenschaftliche Publikationen
- Bedienungsanleitungen mit oft zahlreichen Abbildungen
Production Printing ist ein Segment des Digitaldrucks und das Inkjet-Verfahren hat sich dabei als führende Technologie etabliert. Die Druckmaschinen beziehen ihre Auftragsinformationen direkt aus Datenbanken oder anderen digitalen Quellen, ohne Druckformen wie beim Offset- oder Siebdruck. Eine wesentliche Stärke ist die Fähigkeit, nicht nur große Stückzahlen, sondern auch kleine Auflagen und hochgradig individuelle Inhalte wirtschaftlich zu drucken. Insbesondere druckaffine Branchen wie Marketing, Verlagswesen oder Bildung profitieren davon.
Inkjet-Technologie: Die wichtigsten Drucktechnologien im Überblick
Beim Inkjet-Druck haben sich zwei Hauptansätze etabliert: das Continuous-Inkjet-Verfahren (CIJ) und das Drop-on-Demand-Verfahren (DOD).
Continuous-Inkjet-Verfahren (CIJ)
Beim CIJ-Verfahren kommt ein kontinuierlicher Tintenstrahl zum Einsatz, der mithilfe des Piezo-Effekts in einzelne Tröpfchen zerlegt und gezielt gelenkt wird. Da ununterbrochen Tröpfchen ausgestoßen werden, verfügen CIJ-Drucker über ein integriertes Recycling-System: Überflüssige Tropfen werden abgelenkt und in die Tintenbehälter zurückgeführt. Da eine CIJ-Druckmaschine „always on“ sein muss, eignet sich die Technologie ausschließlich für den industriellen Gebrauch – etwa für das Bedrucken ganzer Produktchargen mit Haltbarkeitsdaten oder Seriennummern. Ein Vorteil: Das Drucken funktioniert auf praktisch allen Oberflächen, selbst auf unebenen.
Drop-on-Demand-Verfahren (DOD)
Beim DOD-Verfahren wird nur dann Tinte ausgestoßen, wenn tatsächlich ein Druckpunkt gesetzt werden soll. Alle Tintendrucker für Endanwender und Büros funktionieren nach diesem Prinzip, ebenso wie moderne Inkjet-Systeme fürs Production Printing. Beim DOD unterscheidet man zwei Varianten:
Thermisches DOD (Bubble Jet): Über Spannungsimpulse wird in winzigen Kammern eine Dampfblase erzeugt, die einen Tintentropfen ausstößt. Thermische Tintendrucker sind kostengünstig in der Anschaffung und drucken schnell und präzise – allerdings ist die Tintenauswahl eingeschränkt (hohe Hitzebeständigkeit erforderlich) und die Druckköpfe sind vergleichsweise kurzlebig.
Piezoelektrisches DOD: Ein Piezokristall im Druckkopf wird elektrisch angeregt und verformt die Düse für Sekundenbruchteile – ganz ohne Hitzeeinwirkung. Das Verfahren funktioniert mit einer breiten Auswahl an Tinten und erlaubt eine sehr präzise Steuerung und die Druckköpfe besitzen eine lange Lebensdauer. Insbesondere beim Production Printing haben sich piezoelektrische Systeme durchgesetzt.
Piezoelektrisches vs. thermisches DOD – die Methoden im Direktvergleich
| Arbeitsprinzip | Mechanische Verformung durch Spannung | Blasenbildung durch Erhitzung der Tinte |
| Tintentypen | Sehr vielfältig (z. B. auch UV-härtende Tinten nutzbar) | Vor allem wasserbasierte Tinten |
| Temperaturbelastung | Gering | Hoch (bis zu 300 °C) |
| Lebensdauer des Druckkopfes | Hoch (keine thermische Belastung) | Gering, aufgrund der Temperaturbelastung |
| Druckqualität | Sehr präzise, feine Tröpfchen möglich | Sehr gut, aber begrenzter Farbraum |
| Einsatzbereich | Industrieller und professioneller Druck, vereinzelt auch Heimanwendungen | Büro- und Heimanwendungen |
Drucken für Profis: Warum die Inkjet-Technologie den Markt für Production Printing erobert hat
Moderne Inkjet-Druckmaschinen verbinden digitale Innovation mit bewährter Analogtechnik. Die jüngsten Entwicklungen ermöglichen eine Druckqualität, die dem traditionellen Offsetdruck sehr nahekommt. Im Vergleich zu anderen Druckverfahren überzeugt der Tintenstrahldruck vor allem durch seine Flexibilität:
Professionelle Drucktechniken im Direktvergleich
| Druckkosten pro Seite | Mittel bis niedrig | Niedrig (bei Massenauflagen) | Sehr niedrig (bei hohen Auflagen) |
| Rüstzeiten | Gering | Mittel | Hoch |
| Individualisierung | Sehr gut | Eingeschränkt | Nur durch separaten Digitaldruck |
| Druckqualität | Sehr gut | Sehr gut | Exzellent |
| Papierflexibilität | Hoch (auch strukturierte Medien) | Eingeschränkt | Eingeschränkt |
| Farbvielfalt | Hoch (auch Spezialfarben möglich) | Gut | Sehr hoch (Pantone etc.) |
| Trocknung | Teilweise verzögert | Sofort (durch Fixierung) | Erfordert Trocknungsprozesse |
Die entscheidenden Vorteile von Inkjet-Druckmaschinen im Production Printing:
- Hohe Tintenstrahldrucker-Geschwindigkeit: Moderne Systeme schaffen Hunderte Seiten pro Minute, in Farbe und gestochen scharfer Auflösung.
- Kurze Rüstzeiten: Kein Vorlagensatz, keine Druckplatten – der Start eines neuen Druckjobs ist sofort möglich.
- Personalisierbarkeit: Jedes Dokument kann individuell gestaltet werden, ein klarer Vorteil gegenüber Offset.
- Materialvielfalt: Auch ungestrichene oder recycelte Papiere lassen sich in hoher Qualität bedrucken.
- Wirtschaftlichkeit: Besonders bei kleinen und mittleren Auflagen überlegen.
„Der Markt für Production Printing wächst“, bestätigt Patrick Steffes, National Sales Director Production Printing bei TA Triumph-Adler. „Auch wir verzeichnen auf diesem Gebiet ein stetig wachsendes Interesse."